
Wenn Fachleute von einer 100%-Finanzierung sprechen, meinen sie, dass die finanzierende Bank den gesamten Kaufpreis der Immobilie als Darlehen bereitstellt – ohne dass der Käufer eigene Mittel zum Kaufpreis beiträgt. Die Kaufnebenkosten (Grunderwerbsteuer, Notar, ggf. Makler) müssen in diesem Fall dennoch aus Eigenkapital bezahlt werden, da Banken diese üblicherweise nicht mitfinanzieren. Die 110%-Finanzierung geht einen Schritt weiter: Hier finanziert die Bank nicht nur den Kaufpreis, sondern auch die Kaufnebenkosten. Der Kreditnehmer bringt keinerlei eigene Mittel ein. Das ist die extremste Form der Vollfinanzierung und wird nur von sehr wenigen Banken und nur unter sehr engen Voraussetzungen angeboten. Zu beachten ist: Selbst bei einer sogenannten 100%-Finanzierung müssen Käufer in NRW in der Regel mindestens 9,5 bis 11 Prozent des Kaufpreises für die Nebenkosten aufbringen. Wer wirklich ohne jegliches Eigenkapital kaufen möchte, benötigt also die 110%-Variante. Beide Formen sind in Deutschland möglich – aber mit erheblichen Anforderungen und Risikoaufschlägen verbunden.
In den Jahren des Zinsanstiegs 2022 und 2023 haben viele Banken ihre Vollfinanzierungsprodukte zurückgezogen oder stark eingeschränkt. Das war eine direkte Reaktion auf das gestiegene Kreditausfallrisiko und auf verschärfte regulatorische Anforderungen aus dem Bereich der Wohnimmobilienkreditrichtlinie. Im Jahr 2026 gibt es weiterhin eine begrenzte Anzahl von Kreditinstituten, die 100%- oder 110%-Finanzierungen unter bestimmten Bedingungen anbieten. Dazu gehören vor allem einige Privatbanken, spezialisiertere Direktbanken und selektiv bestimmte Genossenschaftsbanken. Die großen Filialbanken und Sparkassen sind in diesem Segment deutlich zurückhaltender. Der Schlüssel liegt nicht darin, die richtige Bank zu suchen, sondern darin, die eigenen Voraussetzungen so aufzubauen, dass man für die wenigen Anbieter attraktiv ist, die solche Produkte vergeben. Denn vollfinanzierte Darlehen werden nicht nach Standard, sondern nach intensiver Einzelfallprüfung vergeben. Ein erfahrener Finanzierungsvermittler mit breitem Bankenzugang – wie Carsten S. Hater mit Zugang zu über 600 Bankpartnern – kann hier gezielt die richtigen Häuser ansprechen, ohne Zeit durch Anfragen bei unpassenden Instituten zu verlieren.
Banken, die eine 100%- oder 110%-Finanzierung gewähren, gehen ein erhöhtes Risiko ein – und kompensieren das durch besonders strenge Anforderungen an die Kreditwürdigkeit und die finanzielle Stabilität des Kreditnehmers. Wer ohne Eigenkapital kaufen möchte, muss in anderen Bereichen besonders stark aufgestellt sein. Erstens: eine sehr gute Bonität. Das bedeutet eine einwandfreie Schufa-Historie ohne negative Einträge, keine laufenden Verbraucherkredite, keine Dispositionskredite und pünktliche Zahlungen in der Vergangenheit. Zweitens: ein hohes und sicheres Einkommen. Banken erwarten in der Regel ein Nettoeinkommen, das die Kreditrate deutlich überschreitet. Eine vollfinanzierte Wohnung für 400.000 Euro erzeugt bei 4 % Zins und 2 % Tilgung eine monatliche Rate von rund 2.000 Euro. Banken wollen typischerweise, dass die Rate nicht mehr als 35 % des Nettoeinkommens ausmacht – das erfordert also ein gemeinsames Haushaltsnettoeinkommen von mindestens 5.700 Euro. Drittens: eine sehr solide, möglichst unbefristete Beschäftigung. Selbstständige haben es bei Vollfinanzierungen besonders schwer. Beamte und langjährig Festangestellte haben deutlich bessere Chancen. Viertens: ein qualitativ hochwertiges Objekt in guter Lage. Banken sichern sich über die Immobilie ab – ein Objekt in mittelmäßiger Lage oder mit erheblichem Sanierungsstau erhöht das Risiko für die Bank und wird von den meisten Instituten für eine Vollfinanzierung abgelehnt.
Eine Vollfinanzierung ist teurer als eine Finanzierung mit Eigenkapital – das ist keine Nebensache, sondern eine wesentliche Kalkulationsgröße. Banken vergeben Kredite mit höherem Beleihungsauslauf (also einem höheren Verhältnis von Darlehen zu Objektwert) zu höheren Zinssätzen. Das ist ein direktes Risikoäquivalent. In der Praxis liegt der Zinsaufschlag für eine 100%-Finanzierung im Vergleich zu einer 80%-Finanzierung bei 0,3 bis über 1,0 Prozentpunkten. Je höher der Beleihungsauslauf, desto stärker das Zinsaufschlag. Bei einer 110%-Finanzierung kann der Aufschlag nochmals höher sein. Ein Rechenbeispiel: Angenommen, Sie finanzieren 400.000 Euro. Bei 80% Beleihungsauslauf (d. h. 80.000 Euro Eigenkapital) und einem Zinssatz von 3,6 % zahlen Sie über 15 Jahre rund 84.000 Euro Zinsen (vereinfacht). Bei einer 100%-Finanzierung und einem Zinssatz von 4,4 % wären es rund 102.000 Euro – das sind rund 18.000 Euro mehr Zinskosten über die gleiche Laufzeit. Dazu kommen die Opportunitätskosten des nicht vorhandenen Eigenkapitals, das alternativ hätte investiert werden können. Wer ohne Eigenkapital finanziert, muss diese Mehrkosten bewusst einplanen und sicherstellen, dass die höhere Rate dauerhaft tragbar ist – nicht nur heute, sondern auch bei möglichen Einkommensveränderungen in der Zukunft.
Die wesentlichen Risiken einer Vollfinanzierung liegen in der mangelnden Pufferkapazität. Wer vollfinanziert hat, steht bei einem kurzfristigen Einkommensausfall sofort unter Druck – es gibt keinen Eigenkapitalpuffer, der Zahlungsengpässe abfedert. Gleichzeitig ist das Risiko einer Nachbesicherungspflicht relevant: Wenn der Marktwert der Immobilie sinkt, kann die Bank theoretisch zusätzliche Sicherheiten verlangen, um das Darlehen abzusichern. Ein weiteres Risiko: Bei einer frühen Veräußerung der Immobilie – z. B. nach einem Umzug, einer Scheidung oder einem Jobwechsel – könnten Kaufpreis und Restschuld zu nahe beieinander liegen oder die Restschuld den erzielbaren Kaufpreis übersteigen. Das ist bei einer Vollfinanzierung deutlich wahrscheinlicher als bei einer klassisch eigenkapitalunterlegten Finanzierung. Wer kein klassisches Eigenkapital hat, sollte zunächst Alternativen prüfen: Ein Verwandtendarlehen – z. B. von Eltern oder Großeltern – kann als Eigenkapitalersatz dienen und ermöglicht eine normale Finanzierungsstruktur mit günstigeren Konditionen. Auch ein bestehender Bausparvertrag mit entsprechendem Guthaben kann als Eigenkapitalersatz eingesetzt werden. KfW-Förderprogramme lassen sich zwar mit einer normalen Baufinanzierung kombinieren, ersetzen aber kein Eigenkapital direkt. Die Empfehlung von Carsten S. Hater: Wer Eigenkapital aufbauen kann, sollte das konsequent tun, bevor er kauft. In vielen Fällen ist ein Kauf mit 12 bis 24 Monaten Eigenkapitalaufbau sinnvoller als eine teure Vollfinanzierung heute.
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